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Kirche jenseits von Aristokratie?

Writer: Andreas Rauhut
Andreas Rauhut
Feb 10
2 min read


Pfarramt macht Macht. Pfarramt, wie wir es oft leben, macht Kirchenzukunft schwer!  - Warum? Tief innen in der Logik Pfarramts steckt eine aristokratische Seite.  Schon der ‚Erfinder‘ der Praktischen Theologie, F.D.E.  Schleiermacher brachte es auf den Punkt: Die Basis „auf deren Gestaltung  alle eigentliche Kirchenleitung beruht ist der ursprüngliche Gegensatz zwischen der Masse und den Hervorragenden“. Dieser Gegensatz zwischen der Masse Laien und den Hervorragenden (Klerus) ist der Mutterboden des Pfarramts. – Und während Schleiermacher  selbst auch den Gegenpol kennt („die freie Circulation des religiösen Gefühls“), bestimmt die Wirkung des aristokratischen Moments bis zum heutigen Tag die kirchliche Praxis sehr stark. und macht ihr in einer institutionenkritischen Gesellschaft das Leben schwer.


Hier muss sich in Zukunft etwas ändern. Ja, theologische Qualitätssicherung ist wichtig! Kirche braucht gute Theologie! Und gute Theologie braucht gute Ausbildung. - ABER der Modus ihrer Herstellung muss sich grundlegend ändern!


Wenn das NICHT passiert, erstickt die aristokratische Dynamik weiterhin allzu leicht Erneuerung und nachhaltige Innovation im Keim. – Klingt krass? Ist es auch! – Zwei Beispiele dazu: (1) Immer wieder heißt es, Gemeinden könnten doch viel besser von multiprofessionellen Teams gestaltet werden. Hört sich gut an. Hat Potenzial. Könnte tatsächlich gut sein. Doch so lange ein Mensch im Team qua Status ein deutlich besseres (Beamten-)Gehalt kassiert, schafft sich der Teams-Spirit allzu leicht selbst ab, bevor er richtig wehen kann. (2) Öffentliche Wortverkündigung ist wertvoll. Wertvolles gilt es zu schützen. Kirchen versuchen wir dies zu tun und wollen gleichzeitig die Kommunikation des Evangeliums demokratisieren: Wir bilden und empowern Prädikant:innen. – Guter Move! ABER: So lange die Aus- und vor allem Fortbildungsstrukturen für Prädikant:innen rigide und bürokratisch vorgespurt werden, kann das, was eigentlich passieren sollte, nicht geschehen:  Die Vielfalt der Gaben, Charaktere und Biografien sollte geistvoll und dynamisch im Schaufenster der Kirche ästhetisch, gehaltvoll und heilsam anziehend im Schaufenster der Kirche stehen; und andere zum Gespräch einladen; bis sie, wer weiß, vielleicht mit einem Male selbst auch im Schaufenster der Kirche sitzen.


Was wäre zu tun? Qualifikationswege müssen „on the go“ modularisierter und in guter Begleitung der einzelnen Person gedacht und geschaffen werden.

 
 
 

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