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Sorge, Sicherheit und Vertrauen

Writer: Andreas Rauhut
Andreas Rauhut
Dec 24, 2025
10 min read

Updated: Jan 11

Eine eigenartige Geschichte. Majestätisch und wirr. Die Heilung eines Hauptmanns.


Der Hauptmann, ein rauer Kriegsherr, wird angegriffen.

Angegriffen vom eigenen Körper. Von einer inneren Krankheit.

Zu viel Gewalt macht krankt – das weiß der Körper. Als Mensch kannst Du vielleicht Grausamkeit nur bis zu einem bestimmten Maß ansehen, anleiten und anderen antun, ohne dass irgendwann der Körper zurückschlägt und Dich daran erinnert, dass Dein Leben nicht gedacht war als Blut-Vergießen, Länder-Unterjochen und Sklavinnen-Machen. Gell, Naaman?



So heißt er, der Heerführer der assyrischen Armee: Naeman. Naeman erkrankt. So beginnt die Geschichte. Kranksein mit Aussatz: Abstand. Isolation. Nix mehr Anführer auf hohem Pferd ganz vorn. Stattdessen: Peinliches Jucken. Eklige Beulen. Blutige Haut. Doch die Geschichte wird noch überraschender, wirrer, verworrener, voll verstrickter Missverständnisse, vermeintlich kluger Pläne, Streitereien und Konflikte aller Art.


Da ist zunächst dieses junge Mädchen; sie wurde als Kleinkind versklavt; ihr Name bleibt im Dunkeln der Geschichte; sie kommt in den Haushalt des Kriegsherrn Naemann: des Mannes, der das ganze Dorf ihrer Eltern und diese dazu vernichtet hatte. Trotz des Traumas ist sie es, das kleine Sklaveninnen-Mädchen, die diesem großen Heerführer und Gebieter, den Hintern rettet – oder besser: Haut und Haare. Ihr zielführenden Hinweis, dass es da einen wundersamen Heiler in Israel gäbe, der sicher auch solche Hautkrankheiten heilen könne, bringt die ganze Geschichte ins Rollen.


Da ist der erprobte Hauptmann. Ein General, der die Wege der Macht kennt. Der Heerführer und Kriegsherr Naeman. – Einen Heiler? Für ihn? In einem anderen Land? – Gut, das könnte die Rettung sein! Da braucht es nur ein genügend hohes Honorar! Und eine sichere ‚connection‘.  Das Netzwerk der alten, mächtigen Männer wird hier sicher helfen: Der assyrische König schreibt dem israelischen König – und, zack, müsst doch alles laufen!  Oder? – Doch weit gefehlt! So nicht, mein lieber Naemann! Heilung lässt sich nicht kaufen. Gottes heilsame Nähe kann sich niemand durch Macht und Geld erschleichen. – Der israelische König ist beim Anblick des Geschenke-überladenden aussätzigen Heerführers verzweifelt. Natürlich! Der feindliche übermächtige König will ihm hier eine Falle stellen, eine närrische-verrückte, zynisch-teuflische Falle. Wie soll er denn den Aussatz heilen? Auch königliche Macht hat ihre Grenzen! – Da will ihn einer reinlegen; ihn dumm da stehen lassen; als unkooperativ brandmarken und dann das zum Kriegsanlass nehmen. Gnade uns Gott! – Doch, nein! Die Kunde verbreitet sich. Der Prophet Elisa hört es und schickt so gleich einen Boten: Der aussätzige Hauptmann solle direkt zu ihm kommen. Zur kleinen Propheten-Hütte. Irgendwo draußen am Jordan. Der Tross folgt dem Impuls. Ungewohnt, zur Heilung ins Hinterland zu kommen. Aber, warum nicht? Wenn es hilft?! Und dann halten sie an, beladen mit Goldmünzen, Silberschätzen und jeder Menge kostbarer Textilien, direkt vor der kleinen Hütte. Elisa ist unbeeindruckt. Er empfängt den Hauptmann nicht einmal. Er würdigt den Heerführer keines Blicks. Nur eine simple Botschaft lässt er ihm ausrichten: „Wasch Dich in unserem Fluss, dem Jordan, sieben Mal.“ – Als ob Du zu Fuß von Potsdam nach Luckenwalde läufst, nur damit Dir dann der, den Du suchst, direkt vor seinem Haus eine WhatsApp-Nachricht schickt. „Willst Du mich verkackeiern, Elisa? Hättest Du das nicht schon vorher machen können?“ – Gottes Wege erinnern wieder einmal an ein undurchsichtiges Labyrinth. - Er will sich aufregen, der Herr Heerführer: „Elisa, Du hältst mich wohl zum Narren! Was willst Du? Mich verarschen?“ – „Beruhige Dich! Probiere es doch,“ sagt ein Besonnener aus seinem Tross zum Hauptmann, „schlimmer werden kann es ja eh nicht!“ – Der Hauptmann hört auf ihn. Er fährt zum Jordan. Er steigt herunter vom hohen Ross. Er taucht ab. Sieben Mal. Hinein ins trübe Jordanwasser. Eine lange Taufe. – Und siehe da! Der Prophet hatte recht! Naemann ist geheilt! Die kriegsrauhe Haut, die sich selbst zerfraß, ist mit einem mal glatt und ungetrübt goldig wie ein rosé farbener Babypopo. – Krass!



Hier folgt nun eine Szene, die relativ vorhersehbar ist: Glücklicher Geheilt geht es raatz-ftz zurück zum Propheten. Niederfallen. Bedanken. Und den wundersamen Heiler überglücklich mit Geschenken überhäufen. Doch der – hier kommt die nächste Wendung – lehnt ab. Nein. Geschenke brauche er nicht. Recht schönen Dank, aber Nein! Gott heilt umsonst. Wunder gibt’s nicht gegen Geld: „Nein, lieber Hauptmann, bete zu Gott und danke und verehre von nun an den einen, einzig wahren und lebendigen Gott. – Und, gut ist, leb wohl!“


Unbemerkt von Prophet und Hauptmann, hat einer ungläubig gelauscht. Der Diener des Propheten. Er traut seinen Ohren nicht. So viele Goldmünzen! So viel Silber! Und die schicksten Kleider! – Warum lässt sich Elisa nicht drauf ein? Es ist ein Geschenk! Eien großes und nützliches! Für ihn, den Diener, würde das heißen: endlich kein Wasser mehr holen; endlich andere anstellen zum Backen, Putzen, Kochen. Endlich mal genießen! – Nein, das kann nicht sein! Das darf nicht sein! Nein. – Leise schlüpft er hinaus. Läuft dem Tross des glücklich Geheilten hinterher. Erfindet eine Geschichte. Der Prophet bräuchte nun doch etwas, hätte es sich überlegt, würde nun doch was annehmen. – Kein Problem, Naeman gibt gerne! – Die Augen glänzen. Der Diener ist glücklich. Läuft zurück. Versteckt die erlogenen Geschenke vor den Augen seines Herrn. – Doch der ist Prophet; von Berufs wegen hellsichtig, durchschaut Menschen, erste recht wenn er sie gut kennt. ‚Geh-Hasi‘, so heißt er, der Diener, darf alles behalten, was er sich erbeten hat. Doch er wird krank. Der gleiche Aussatz plagt nun ihn.

Der Körper spürt das Unheilvolle des vertrauensarmen Lebens.

Gehasis Körper wehrt sich. Nein, werde nicht so einer.


Eine Geschichte, wie das Leben sie schreibt.Und wie der Geist sie lenkt.

Wo knüpfst DU an?

Ich spüre schnell, wer ich sein will. Der Hauptmann. Und wer ich nicht sein will und wem ich doch innerlich ähnele: Gehasi.

Also los, Gehasi, ich begleite Dich innerlich ein wenig!  Zu vertraut ist mir sein Denken. Zu gut spüre ich sein ungläubiges Erstaunen. Zu sehr fühle ich seine Wut. Zu nah ist mir sein Wunsch nach einem leichteren, bequemeren Leben, nach etwas Luxus. Und eben danach selbst ein paar Diener zu haben. Und wenn es mir angeboten wird, auf dem Silber-Tablett serviert wird? – Warum nicht???


Meine Gedanken wandern weiter, zu einem anderen Menschen: Achan. 


Einige Jahrhunderte zuvor. Auch ein Israelit. Auch er war unmittelbar Teil einer Wundergeschichte. Der wundersame Sieg über Jericho. Mit eigenen Augen hatte er es gesehen: „walls, came tumbling donw“: Mauern fielen und all die Reichtümer der Stadt taumelten zu Boden. Direkt vor den Augen der verwunderten Israeliten. Dich halt! – „Nichts davon nehmen! Rührt es nicht an. Werdet nicht zu Beute-gierigen Räubern! Alle Beute gehört Gott!“ So waren sie zuvor gewarnt worden. Und dann stolpert Achan geradezu über diesen Sack voll  Goldmünzen und den silbernen Becher. Meine Güte! So viel Reichtum, wie er nun sein Eigen nennen würde. -  Also, zack, eingepackt und im Zelt versteckt.


Und weiter wandern meine Gedanken : zu Ananias und Saphira, nun ein paar Kilometer nördlich (in Jerusalem) und ein paar hundert Jahre später. Zur Zeit der ersten Gemeinde: im kollektiven Pfingsttaumel waren unzählige Menschen zu Jesus-Nachfolgerinnen und Nachfolgern geworden. Eine Bewegung hatte sich geformt. In kürzester Zeit wurden es Tausende. Eine ne gekannte unglaublich enge Gemeinschaft. Menschen verkauften ihre Häuser, Aktien und Äcker. Gaben alles für die neue Gemeinde. So auch die Beiden; doch als sie all das schöne Geld in den Händen halten, den Erlös für ihren Familienbesitz, werden sie wieder ein klein wenig rational: Die Hälfte geben sie in die Gemeinde, okay! Aber die andere Hälft behalten sie für sich! – Doch was sagen, wenn die anderen fragen? Sie wollen nicht die ersten sein, die knickerig und halbherzig sind. Also: „Ja, genau Petrus, das ist der ganze Erlös. Wir haben nichts für uns behalten!“ – Eine kleine Lüge. In einem heiligen Moment! – Nein, so nicht. Die kleinherzige Vorsorge fürs Eigene ist wie ein einziges Tropfen dunkler Tinte in einem großen Glas Milch. Es durchzieht alles mit dunklen Fäden. Diese engherzig-klammernde Haltung, sie wirkt wie ansteckendes Gift. – Da! Mit einem Mal, knallt es. Ananias und Saphiras fallen zu Boden. Wie vom Blitz getroffen. Tot.


Und dann ist da noch Judas, der einzig Rationale unter den Jüngern: Er glaubte an Jesus und dass dieser Jesus der erwünschte Messias war. Nur war er für Judas ein wenig zu zögerlich. Sollte er doch gleich seine Macht zeigen!  Warum abwarten und so lange zögern? Jesus, zeig Dich in Deiner Stärke! – Er half nach. Trieb die Konfrontation auf die Spitze. Manövrierte Jesus in die dunkle Nachgewalt seiner Feinde. „So, jetzt muss er! Jetzt kann er nicht mehr anders! Schluss mit dem Schmuse-Kurs; jetzt wird er, muss er sich zeigen: als Sohn Gottes, als mächtiger Anführer der Engelsheere.“ --- Doch, nein! Judas erlebt die Enttäuschung seines Lebens! Der Messias lässt’s nicht Krachen! Er befehligt keine Enegelsarmeen, sondern wird nur lediglich von einem einzigen Engel gestärkt für den Todesweg, Kreuezesweg, Martertod.


Sicherheit funktioniert bei Gott anders. Und das scheint Prinzip zu haben.


Die Sorge ‚ums Eigene‘ ist, das Sichern & Absichern – so typisch es auch für uns Menschen ist - steht in einer krassen Spannung, im Kontrast, ja im Widerspruch zu etwas noch viel tiefer und eigentlicher Menschlichem: dem Vertrauen! Das eine, wovon ich mir Sicherheit wünsche und woher ich mir erhoffe abgesichert zu sein, erweist sich als brüchiger, flüchtiger und vergänglicher als gedacht. – Das andere, was so weich und unbedeutend erscheinen mag, das Vertrauen, bietet eigentliche, tiefe, richtige, verlässliche Sicherheit. Vertrauen hat dabei immer einen Bezug. Vertrauen ist Beziehungssache: Ich vertraue jemandem. Und wenn die oder der auf den ich vertraue, vertrauenswürdig ist und weiß, was sie bzw. er tut,  dann lohnt sich vertrauen. Die biblische Weisheit ist voll von diesem tiefen Wissen.

 

Im ältesten Weisheitsbuch, dem Buch Hiob, bringt es einer auf den Punkt: „Wer nicht auf Gott vertraut, bleibt ohne Zuversicht. Er vergeht, verwelkt, wird vergessen, verschwindet und andere treten an seine Stelle. – Sein Haus, an das er sich lehnt, bleibt nicht stehen; woran er sich klammert, das bleibt nicht bestehen.“  Oder mit leicht anderem Zungenschlag: „Worauf er sich stützt, das zerbricht.  Und seine Sicherheit zerreißt wie ein Spinnennetz.– Im Gegensatz dazu dann ein Satz aus den Psalmen: „Darum ist mein Herz so fröhlich und meine Seele jubelt vor Freude. Bei Dir, Herr, bin ich in Sicherheit.“  Zögerlich lese ich, höre zu, nehme war, was mir die Zeilen der alten Texte sagen wollen.


Und wie eine Bekräftigung im Stil einer Erzählgeschichte muss ich an die Parabel denken, die Jesus erzählte, an die Geschichte vom reichen Bauern: Da hatte einer die Ernte seines Lebens eingefahren; genug Futter für Jahrzehnte. Er war nicht dumm und lagerte dieses Vermögen in Form von Essen gut ein: neuer Speicher, beste Technik, gut  versorgt bis ans Ende des Lebens. Zufrieden lächelt er sich im Spiegel an, streicht über seinen Bauch und ist sich sicher: „Ich habe ausgesorgt. Mir kann keiner mehr was. Ich habe sie – die Sicherheit meines Lebens.“ Und während ich mich in dieses Bild selbst hineinversetze und anstelle von einem antiken Kornspeicher von satten Beamtenbezügen, von einer sicheren Pension und einem abbezahlten Ein-Familienhaus träume, reißen mich die Worte Jesu jäh heraus, aus der Sicherheits-Träumerei: „Du Narr“, Gott selbst spricht aus, wie es für den Bauern weitergeht: „Noch heute Nacht wird Deine Leben von Dir gefordert werden.“ Da hilft alles nichts. Keim Korn. Kein Speicher. – Alles menschliche Vorsorgen und Sich-Schützen zerschmettert an den Konturen der größeren, eigentlichen Wirklichkeit, wie ein billiges Sektglas an Felsen.

 

Doch warum muss es so sein? Warum kann ich nicht ganz in Frieden hier und jetzt genüsslich und geruhsam im sicheren Luxus leben? Was ist dagegen einzuwenden? Kann ein Christ nicht auch einfach nur mal glücklich und sicher vor sich hin leben? Ja! Und Nein.


Zuerst zum „Ja“: Ja, es ist gut, ohne Angst zu leben.Ja, des Menschen Sehnsucht, sich nicht ewig sorgen zu müssen, soll erfüllt sein.Ja, das Streben nach dem Beständigen, Anhaltenden, Sicheren ist gut, richtig und gesund.

 

Und dann zum „Nein“: Nein, es gibt keinen billigen Angst-Löser. Geld erlöst nichts. Noch nicht mal mich von der Angst.Nein, der eigentliche Sorgengrund ist nicht Geld-Knappheit, sondern sitzt tiefer, viele tiefer: Todesfurcht. Die Angst zu vergehen und zu verenden. Wie ein Wurm. Irgendwo im kalten Nichts. Und Nein, dagegen hilft kein Geld, kein Haus, keine Yacht und auch keine noch so gute Versicherung. Nein, mein Streben nach was Festem, Beständigen, Anhaltenden, Sicheren wird nur da gesättigt, erhört und gestillt, wo etwas Neues, Größeres, Stärkeres ins Spiel kommt; wo etwas aus einer ganz anderen, größeren, höheren Dimension kommt und zu mir in meine Dimension hinein reicht und mich berührt . – Etwas, was über mich hinaus reicht und über mich hinaus weist. Etwas, das Größer und Weitreichender ist als ich selbst. Etwas, das mich trägt und erhält. Im Leben und, ja, auch im Tod. Und danach.


Ein Christ, der so eigentlich, richtig, ganz und gar Christ ist, der also mit Christus verbunden ist, der „in ihm“ lebt, dessen höchste Sicherheut ist Gott selbst: „Darum ist mein Herz so fröhlich und meine Seele jubelt vor Freude. Bei Dir, Herr, bin ich in Sicherheit.“ Im Alltag und Alltagsleben heißt das: Ich höre auf Gott. Ich erspüre ihn. Ich öffne mich für die höchst-weisen und gütigen Gedanken, die die Heilige- Geist-Kraft mir offenbart. – Und es heißt deshalb auch: Wann immer ich auf diese Geistkraft höre, wird sie mich hineinnehmen in die größere Sicht Gottes. In eine Sicht und eine Perspektive, in der ich einerseits höchst zufrieden, beruhigt und „ge-settlet“ sein kann. Und zugleich in eine Perspektive und Sicht, in der ich immer spüre, dass jetzt & hier noch nichts alles aus und fertig ist, dass hier & jetzt noch vieles im Argen ist, dass jetzt & hier noch keineswegs Schluss sein kann, dass von hier aus noch eine Menge geschehen muss, damit alle und alle wahrhaft zufrieden und in Sicherheit sein können.


„Der Mensch, der von der Offenbarung Gottes in Verheißung betroffen wird, wird identifiziert – als das, was er ist – und zugleich differenziert als das, was er sein wird. Er kommt „zu sich selbst“ aber in Hoffnung; denn er ist noch nicht dem Widerspruch und dem Tod entnommen. Er findet zum Leben, aber verborgen, in der verheißenen, noch nicht erschienen Zukunft Christi. So wird der Glaube wesentlich zum Hoffenden. Er ist „sich selbst“ noch Zukunft und ist sich verheißen. Seine Zukunft hängt ganz und gar am Ausgang des Prozesses des Auferstandenen, denn er hat seine Zukunft auf die Zukunft Christi gesetzt. So wird er mit sich selbst ein stimmig ‚in spe‘ (in der Hoffnung), aber nicht ‚in re‘ (in der Lage der Dinge jetzt). Gerade der sich der Verheißung Anvertrauende wird sich selbst zum Rätsel und zur offenen Frage and die Zukunft Gottes. Darum steht gerade der Hoffende nicht einstimmig und zentrisch zu sich selbst, sondern er steht exzentrisch zu sich selbst in jener ‚facultas stand extra se coram deo‘ (in der Fähigkeit außer sich selbst zu sein vor Gott), wie Luther es sagte. Das Verheißungsgeschehen bringt ihn noch nicht in eine Heimat der Identität, sondern nimmt ihn hinein in die Spannungen und Differenzen der Hoffnung, der Sendung und der Entäußerung.“ 

(aus: Jürgen Moltmann. Theologie der Hoffnung) 


 
 
 

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